Schüchternheit überwinden – selbstbewusster werden

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Schüchternheit ist sowohl für den Betroffenen wie manchmal auch für sein Umfeld eine echte Belastung: Gespräche werden zur Qual, man lebt oft sehr zurückgezogen. Neue Kontakte schließen fällt unendlich schwer. Wie schafft man es als schüchterner Mensch, auf Andere zuzugehen?

Ist Schüchternheit angeboren?

In den Genen liegt die Schüchternheit an sich nicht, doch die Charakterzüge legen die Basis für das schüchterne Verhalten. Ist ein Mensch eher zurückhaltend und nicht forsch und mutig, stellt er seine eigenen Ansprüche immer hinten an und geht nicht nach vorne.

Schüchternheit überwinden - selbstbewusster werden
© SimpleFoto / depositphotos.com

Erfahrungen mit den Mitmenschen spielen hier zusätzlich eine entscheidende Rolle. So ist ein Kind, was zunächst ausfgeschlossen im Umgang mit fremden Kindern ist, nach einer schlechten Erfahrung plötzlich deutlich zurückhaltender. Mehren sich diese schlechten Erfahrungen, stellt sich auf Dauer eine Schüchternheit ein.

Den Einfluss negativer Eindrücke kann man sich wie das Sammeln von Punkten auf einem Konto vorstellen: je mehr negative Erfahrungen, desto größer wird die Schüchternheit. Doch es funktioniert auch andersrum. Wird die andere Seite des Kontos mit guten Erfahrungen gefüllt, kann Schüchternheit in Mut umschlagen und aus einem eher zurückhaltenden Menschen wird jemand, der gern auf Andere zugeht, weil er mit positivem Feedback rechnet.

Falsche Signaldeutung

Schüchterne haben grundsätzlich das Gefühl, dass ein Kontakt von anderen Menschen einfach nicht gewünscht ist. Aufgrund dieser Annahme sind sie zurückhaltend und trauen sich nicht.

Ein weiteres Problem bei schüchternen Menschen ist, dass Signale und die Körpersprache anderer Menschen falsch gedeutet werden. Hier ist die Grundeinstellung eher pessimistisch geprägt – es wird immer vom ungünstigsten Fall ausgegangen. Schlechte Erfahrungen mit Mitmenschen können auf Dauer dazu führen, dass man sich generell nicht mehr traut, mit anderen Menschen Kontakt aufzunehmen.

Selbstbewusst werden durch neue Kontakt
© RichLegg / istockphoto.com

Oftmals kommt zu dieser auf Andere bezogene Unsicherheit der morgendliche Blick in den Spiegel und die damit verbundene Unzufriedenheit mit sich selbst: Hier werden nur körperliche Nachteile gesehen und alle positiven Aspekte ausgeblendet. Das Selbstwertgefühl sinkt dadurch in den meisten Fällen noch mehr.

Schwerpunkte liegen auf den Misserfolgen

Schüchterne Menschen suchen vielfach den Misserfolg, denn sie glauben, dass einem Menschen wie ihnen kein Glück zusteht. Da wird kein Lotto gespielt, weil man sowieso nicht gewinnen kann. Und wenn der Chef ständig schlechte Laune hat, dann glaubt der schüchterne Mensch ganz einfach, dass dies einem Versager in allen Lebenslagen einfach nur zusteht, die Launen der Anderen an jedem Arbeitstag ertragen zu müssen.

Wege aus der Schüchternheit

Will man die Schüchternheit besiegen, sollte man erst einmal das eigene Selbstbild wieder geraderücken. Am besten gelingt das, wenn die Menschen um den Schüchternen herum ihm bewusst machen, welche positiven Eigenschaften er hat. Auch körperliche Vorteile sollten betont werden. Wichtig ist zudem eine Änderund des Arbeitsumfeldes. Erst wenn hier die Verhältnisse wieder so sind, dass der Mensch für seine Leistung auch gelobt und respektiert wird, dann kann die Schüchternheit dieses Menschen besiegt werden. Das Selbstbewusstsein muss immer wieder mit kleinen aber entscheidenden Schritten gestärkt werden. Mit wiederkehrenden Übungen sollte der Betroffene ein Lächeln oder einfach nur ein ‘Hallo’ gegenüber anderen Menschen üben.

Kleine Schritte machen

Generell ist es wichtig, auf dem Weg zu einem gestärkten Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl nur kleine Schritte zu machen, die dem betroffenen Menschen immer wieder ein gutes Gefühl bescheren. Verlangt man gleich lange Gespräche mit fremden Menschen, so kann ein Misserfolg hier zu einem Scheitern der ganzen Bemühungen führen.

Verwandte und Freunde einspannen

Menschen, denen der Schüchterne vertraut und auf die er kompromisslos zugehen kann, sind in dieser Lebenslage beim Besiegen der Schüchternheit immer eine große Hilfe. So können sie beispielsweise sehr gut Fremde zum Essen oder Partys einladen, mit denen der Betroffene dann spielerisch Kontakt aufnehmen kann. Sie können aber auch die Vorzüge des Schüchternen hervorheben und betonen, wenn er Tolles geleistet hat.

Auch ein Flirtcoach kann jetzt zu einer guten Motivationshilfe werden. Durch ihn kann man sich rundherum beraten lassen. Sobald Komplimente und Zuspruch von außen auf den Schüchternen einprasseln, wird das Selbstbewusstsein automatisch gesteigert. Die aktive Partnersuche sollte also auf jeden Fall auf dem Plan stehen.