Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung – Was ist der Unterschied?

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Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind dazu da, sehr persönliche Dinge zu regeln, wenn man selbst nicht mehr dazu in der Lage ist. Das kann in medizinischen Angelegenheiten der Fall sein oder aber auch in Bezug auf finanzielle Fragen. Lerne hier, welche Unterschiede es bei den beiden Papieren gibt, wo man diese als Vordruck erhält und worauf man achten muss.

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung regeln die Handlungsermächtigungen der Angehörigen
Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung regeln die Handlungsermächtigungen der Angehörigen
© Hunt Han via unsplash.com / CC0

Wozu sind die Papiere nötig?

In dieser Vollmacht bestimmen Sie, wer welche Angelegenheiten für Sie regeln darf. Sie können einen oder mehrere Personen bevollmächtigen.

Die Patientenverfügung springt dann ein, wenn medizinische Maßnahmen im Ernstfall zu regeln sind. Dieser Ernstfall tritt beispielsweise ein, wenn man im Koma liegt und eine Vertrauensperson über die weitere Vorgehensweise entscheiden muss. Diese Person ist dann der persönliche Stellvertreter, der den Willen des Betroffenen in dessen Namen nach außen trägt.

Wer selber entscheiden möchte, welche Person sich im Fall des Falles um die persönlichen Angelegenheiten wie Konto, Post und Versicherungen kümmern soll, muss eine eine Vorsorgevollmacht errichten. Bei diesem Schreiben geht es nicht um den medizinischen Bereich. Gerade im Pflegefall ist eine Vorsorgevollmacht so früh wie möglich zu bedenken.

Das Thema der Haftung

Weitestgehend unbekannt ist die Tatsache, dass der Bevollmächtigte mit seiner Vollmacht persönlich mit seinem gesamten Privatvermögen haftet. In der Regel ist der Bevollmächtigte nach dem Tod des Vollmachtgebers  allen verbleibenden Erben gegenüber zur Auskunft und Rechnungslegung und eventuell auch zum Ersatz entsprechender Nachteile verpflichtet.

Brauchen Ehepartner eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung?

Ja, denn der Ehepartner ist nicht automatisch in der Position, für den anderen Entscheidungen zu treffen. Seit 2023 gibt es allerdings die Befugnis, in gesundheitlichen Fragen auch ohne Vorsorgevollmacht sechs Monate lang für den Partner entscheiden zu dürfen. Eine geschriebene Vorsorgevollmacht kann solange widerrufen und geändert werden, wie der Betroffene geschäftsfähig ist.

Wenn man alleine lebt, kann man in der Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht eine Wunschperson eintragen, die dann vom Betreuungsgericht im Fall der Fälle kontaktiert wird. Gibt es keine Vorsorgevollmacht, entscheidet das Gericht, wer rechtlicher Betreuer wird.

Muss die Patientenverfügung mit der Hand geschrieben sein?

Nein, das ist nicht zwingend vorgesehen. Allerdings muss dieser Wille des Betroffenen schriftlich festgehalten und mit Datum und Unterschrift versehen werden.

Damit keine Zweifel an der Echtheit und Wirksamkeit der Vollmacht aufkommen, ist eine notarielle Beurkundung zu überlegen. Der Preis dafür hängt vom Vermögen ab, mindestens werden aber 60 Euro fällig.

Übrigens kann man bei der Bundesnotarkammer die Dokumente archivieren lassen, da klappt online oder auf dem Postweg.

Wie komme ich an eine Vorsorgevollmacht?

Online gibt es kostenlose Vorlagen zum Ausdrucken einer Vorsorgevollmacht in PDF-Form z.B. auf den Seiten der

Wo bekomme ich ein Formular für eine Patientenverfügung?

Auch eine Vorlage für die Patientenverfügung kannst du ganz einfach kostenlos downloaden z.B. auch beim Online-Service der

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