Warum vergeben und verzeihen lernen befreiend wirkt

Vergeben und verzeihen ist eine wichtige Eigenschaft, die man sich im Laufe des Lebens unbedingt aneignen sollte. Sie befreit uns vor seelischem Schmerz und Kummer. Jede Art von Kränkung und Beleidigung kann diesen Schmerz auslösen. Wenn er länger besteht, belasten wir damit unseren Organismus. Das kann Krankheiten auslösen. Aus diesem Grund ist verzeihen lernen äußerst sinnvoll, um gesund und in der Balance zu bleiben.

Vergeben und verzeihen lernen hat eine befreiende Wirkung, die uns sehr gut tut
Vergeben und verzeihen lernen hat eine befreiende Wirkung, die uns sehr gut tut
© Anthony Tran via unsplash.com / CC0

Kinder können leichter vergeben und verzeihen

Vielleicht hast du bei Kindern auch schon einmal beobachtet, dass diese einfach ganz frei ihre Meinung äußern und damit schonmal etwas Beleidigendes von sich geben. Schnell fallen dann Worte wie: „Du bist nicht mehr meine Freundin!“ Eine Beleidigung passiert bei ihnen eher unbewusst, dennoch kränken diese Worte und das muss erst einmal verarbeitet werden.

Zum Glück gelingt es im jungen Alter sehr schnell, vergeben und verzeihen steht hier fast auf dem Tagesplan. Nachtragend sein kennen Kinder noch nicht und das vergeben lernen müssen sie auch nicht. Erwachsende tun sich schwer, beleidigende Worte zu vergessen und jemandem zu vergeben. Dabei kann das so befreiend sein!

Verzeihen lernen und mit Enttäuschungen umgehen können

Die beste Freundin hintergeht einen, der Partner belügt und die Mutter kritisiert immer wieder mit mächtigen Worten. Es ist schwer, solche Kränkungen zu vergessen. Ständig denken wir daran und können daher nur schwer vergeben und verzeihen. Wir brechen in vielen Fällen den Kontakt gänzlich ab und ziehen uns im Inneren zurück – meist, um uns vor mehr Kränkung zu schützen und vielleicht auch, weil wir enttäusch sind.

Es entsteht Hass und Wut, den wir die ganze Zeit mit uns herumschleppen. Das belastet im wahrsten Sinne des Wortes. Ständig müssen wir an die Situation denken und spielen sie immer wieder durch, überlegen sogar oft, ob wir vielleicht Schuld hatten an der Situation. Dieses Gedankenspiel zermürbt. Die vielleicht schon eine lange Zeit zurückliegende Situation wird dadurch immer wieder präsent, wir können nicht loslassen.

Um aus dieser Situation herauszukommen, hilft nur vergeben und verzeihen lernen. Doch wie gelingt das? Kann man wieder Vertrauen aufbauen zu Menschen, die einen tief gekränkt und enttäuscht haben?

Warum vergeben und verzeihen so schwerfällt

In dem Moment, wo wir auf Menschen zugehen, die unsere Seele verletzt haben, fühlen wir uns in einer Rolle, in der wir diese Handlung entschuldigen und akzeptieren. Das tut unserem eigenen Ego und Stolz nicht gut.  Wir geben klein bei uns das Gegenüber wird auf diese Weise in seinem Handeln bestätigt nach dem Motto: „Hier kann ich sagen was ich will, sie/er kommt sowieso wieder angekrochen!“ Aber einmal Hand auf’s Herz: Hast du noch nie jemanden seelisch verletzt oder gekränkt? Meistens passiert dies doch aus Gedankenlosigkeit und Ignoranz und nicht mit voller Absicht. 

Vergeben tut gut – tu es für dich!

Wenn du auf jemanden zugehst, der dich gekränkt hat, schließt du mit negativen Erfahrungen der Vergangenheit ab. Das ist ein sehr befreiendes Gefühl. Damit akzeptierst du das Erlebnis und schließt damit Frieden. Wichtig zu wissen ist dabei, dass man das Verhalten des Gegenübers auf keinen Fall gutheißen muss! Man kann und sollte hier sagen, dass einen die Aussage oder eine Handlung sehr gekränkt hat und man damit sehr beschäftigt ist. Vielleicht kommt dann von der anderen Seite eine Erklärung, die uns den Zusammenhang einfacher verstehen lässt und am Ende ist alles besprochen und ausgesprochen. Beweggründe des Gegenübers verstehen ist ein wichtiger Schritt.

Weitermachen wie vorher? Nicht immer ist das möglich

Wenn du vergeben hast, bedeutet dies nicht, dass eine Beziehung wieder so sein kann und wird, wie sie vorher war. Die Situation ist geklärt und besprochen. Was ihr daraus macht, liegt bei euch. Sicherlich kommt es hier auf die Umstände an. Wenn die Partnerin / der Partner dich immer wieder betrügt, lässt es sich damit schlechter leben als mit einer ehrlichen Meinung einer Freundin zu einem misslungenen Haarschnitt. Dennoch ist der Schritt der Vergebung in beiden Fällen wichtig, damit du das schmerzhafte Ereignis nicht immer wieder in deinen aktuellen Tag holst und es dich zukünftig nicht mehr belastet.

Gerade bei einer langjährigen Beziehung zu einer wichtigen Person in deinem Umfeld solltest du die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Freundschaft trotz Differenzen auf Dauer bestehen bleibt.

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