Kann man mit der Stimme den Erfolg im Job beeinflussen?

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Unsere Stimme sowie die Art, wie wir etwas sagen, nehmen großen Einfluss darauf, wie wir von unserem Gesprächspartner wahrgenommen werden. Untersuchungen zeigen, dass wir andere Menschen intuitiv nach dem Klang ihrer Stimme beurteilen. Personen mit tiefer Stimmlage werden eher ernst genommen und wirken auf andere vertrauenswürdiger, als Personen mit hoher Stimme. Dies gilt für Männer und Frauen gleichermaßen.

Mit der Stimme kann der Erfolg beeinflusst werden
© SergeyNivens / depositphotos.com

Nicht jede Stimmlage ist dem Beruf angemessen

Diese Tatsache lässt sich natürlich auch auf den Job übertragen und kann gezielt genutzt werden, um seine beruflichen Chancen zu verbessern. Denn auch im beruflichen Alltag ist die richtige Stimmlage gefragt: Wer eine Führungsposition in einem Unternehmen inne hält, wirkt mit einer festen, tiefen Stimme selbstsicher und kompetent. Ein Callcenter-Agent oder ein Mitarbeiter an der Hotelrezeption sollte dagegen eine freundliche, warme Stimme haben. Gerade Frauen in Führungspositionen oder typischen Männerberufen können mit der passenden Stimmlage mehr erreichen. Eine Polizistin mit schriller Stimme wird wahrscheinlich von Kollegen und Bürgern weniger ernst genommen, als eine Beamtin mit fester, tiefer Stimme und entschlossener, ruhiger Aussprache.

Die Stimmhöhe ist jedem Menschen angeboren. Während die einen mit einer tiefen Baritonstimme ausgestattet sind, kommen andere mit einer hohen oder gar piepsigen Stimme zur Welt. Durch gezieltes Stimmtraining lässt sich die Stimmlage ein wenig verändern und so dem Berufsbild anpassen. Aber vor allem die Intonation, also die Tonhöhe und der Stimmverlauf während des Sprechens, kann bewusst beeinflusst werden. Auch hierfür ist ein bisschen Training und Übung gefragt. Versuchen Sie in verschiedenen Situationen ganz bewusst auf Ihre Stimme zu achten und sie wahrzunehmen. Damit können Sie auch erlernen, wie Ihre Stimmlage die Wirkung auf Ihr Gegenüber beeinflusst.

Die Stimme der Situation und dem Gesprächspartner anpassen

Unsere Stimme nimmt also Einfluss darauf, wie wir bei der Ausübung unseres Jobs wahrgenommen werden: selbstbewusst, eloquent, rechthaberisch, unsicher, unterwürfig. Dabei sollte man seine Stimme natürlich nicht nur seiner beruflichen Stellung, sondern vor allem auch seinem Gegenüber und der Situation anpassen.

Stellen Sie sich folgende berufliche Gegebenheiten vor und überlegen Sie sich kurz, wie Sie dabei auf andere wirken wollen:

  1. Sie haben ein Vorstellungsgespräch für einen neuen Job,
  2. Sie müssen einen Vortrag vor einer großen Menschenmenge halten,
  3. Sie wollen einen Kunden von einem Produkt überzeugen.

Das Vorstellungsgespräch

In entscheidenden Lebenslagen wie bei einem Vorstellungsgespräch möchte man souverän, engagiert und gleichzeitig aufgeschlossen wirken. Da uns solche Situationen aufgrund ihrer Bedeutsamkeit jedoch nicht kalt lassen, schütten wir viel Adrenalin aus. Dieses führt zu einer flachen Atmung, Denkblockaden und einer zittrigen oder kippenden Stimme. Schnell wirkt man unsicher und eingeschüchtert. Hilfreich ist es hier, vor dem Gespräch in sich zu kehren und einige Minuten Ruhe zu suchen. Falls es die Zeit erlaubt, ist ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft hilfreich. Eine Halspastille vor (aber niemals beim Gespräch!) hilft, dass die Stimme nicht zu trocken oder brüchig wirkt.

Vor einer großen Menge reden

Sie müssen auf einem Kongress einen Vortrag halten oder vor versammelter Belegschaft ein Projekt vorstellen? Hier ist eine selbstsichere, überzeugende Stimme gefragt, schließlich wollen Sie Andere von Ihren Ideen überzeugen. Ein trockener Hals und eine angeschlagene Stimme sind dagegen fehl am Platz. Lockern Sie kurz vor der Präsentation Ihre Schultern und trinken Sie noch ein Glas stilles Wasser. Wenn Sie bereits am Rednerpult stehen, atmen Sie dreimal langsam und bewusst ein und aus, bevor Sie mit dem Vortrag starten. Reden Sie langsam, ausreichend laut und deutlich.

Das Verkaufsgespräch

Bei einem Kundengespräch soll der Gesprächspartner von einem Produkt, einem Auftrag oder sonstiger Investition überzeugt werden, ohne sich bedrängt zu fühlen. Eine offene und gleichzeitig überzeugende Stimme ist in dieser Situation angebracht. Dabei ist es hilfreich, selbst vom Produkt begeistert zu sein. Überlegen Sie daher vorher, was der Kunde von einem Kauf für Vorteile hätte. Versuchen Sie beim Sprechen leicht zu lächeln: Dabei verändert sich automatisch die Tonlage und die Stimme wirkt freundlicher.

Passen Sie Ihre Stimme der jeweiligen Situation an. So können Sie in Beruf aber auch im Alltag mehr erreichen. Wie Sie sonst noch Ihren Erfolg steigern können, lesen Sie hier.