Die Frage der Sympathie: Wieso mögen wir manche Menschen einfach nicht?

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Oft wissen wir es schon, bevor nur eine Silbe gewechselt wurde: Dieser Mensch ist mir nicht sympathisch. Woher kommt bloß dieses meist so richtige Bauchgefühl, dass es uns manchmal so schwer macht, ganz unvoreingenommen auf andere zuzugehen?

Die Frage der Sympathie ist eine Frage der Ähnlichkeit
© Erikona / istockphoto.com

Urinstinkte wollen uns warnen

Noch aus der Urzeit stammt eine Angewohnheit, mit deren Hilfe wir Freunde von Feinden unterscheiden sollen – und zwar in Sekundenschnelle. Unser Frühwarnsystem funktioniert folgendermaßen: Zunächst checken wir die optische Erscheinung unseres Gegenübers ab. Werden Übereinstimmungen z.B. im Kleidungsstil oder beim Haarschnitt gefunden, sind die ersten Sympathiepunkte gesammelt.

Eine weitere Basis bilden gemeinsame Interessen. Wenn wir wissen, dass der Andere die gleiche Schule besucht oder den gleichen Arbeitgeber hat, stehen wir ihm offener gegenüber.

Der dritte Sympathiefaktor macht ein gemeinsames Schicksal aus. So sind sich Menschen in Warteräumen oder Eltern im Kindergarten oft auf Anhieb sympathisch.

Wenn alle drei Sympathiefaktoren in das eigene Schema passen, hat das Gegenüber besonders viele Sympathiepunkte. Ähnlich und ähnlich gesellt sich nun mal gern.

Ähnlichkeiten bringen Sympathie mit sich

Nicht nur Schicksale und das Aussehen beeinflussen die Sympathie zueinander. Auch unsere Mimik und Gestik lässt tief blicken. Wenn wir uns in den Bewegungen des Anderen ähneln, verstehen wir uns gut. Das geht sogar so weit, dass wir in einem harmonischen Gespräch oft ganz automatisch dieselben Handgriffe oder Handbewegungen machen wie der Gesprächspartner. Auch unser Redefluss passt sich dem Anderen an. Wer besonders laut spricht, schlägt einen leiseren Ton an und umgekehrt.

Das Sympathie-Empfinden ist beeinflussbar

Wer die Geheimnisse der Sympathie kennt, kann daraus einen Nutzen ziehen. Es ist nämlich durchaus möglich, durch das Angleichen des eigenen Verhaltens an das Gegenüber hier einige Sympathiepunkte zu sammeln.

Und auch wenn wir uns durch eigene Erfahrungen und Vorurteile oft voreilig über Mitmenschen eine Meinung bilden, so erleben wir es doch immer wieder, dass uns der erste Eindruck getäuscht hat. Daher sollten wir es möglich machen, uns durch ein besseres Kennenlernen vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Das ist gerade im Job und beim regelmäßigen Aufeinandertreffen auch im privaten Umfeld wichtig.

Symphatisch wirken

Wir strahlen zu einem großen Teil entweder Sympathie oder Antipathie auf unsere Mitmenschen aus. Doch ein wenig können wir dies auch beeinflussen:

  1. Mit einem Lächeln wirken wir gleich viel sympathischer.
  2. Augenkontakt herstellen – denn wer immer nur auf die Erde oder gar wegschaut, wirkt schnell unnahbar oder arrogant.
  3. Verantwortung übernehmen und verlässlich sein. Wer seine Hilfe anbietet, kommt an! Man sollte dann aber auch Wort halten.
  4. Gute Zuhörer punkten schnell bei der Sympathie. Fragen stellen und aufmerksam bleiben gehört zu einem Gespräch dazu.
  5. Menschlich bleiben! Geben Sie auch Schwächen zu, denn nur so wirken Sie authentisch.

So machen Sie sich unbeliebt

Wer immer nur sich selbst in den Mittelpunkt stellt, nur von sich redet und das auch noch lautstark, der wirkt nicht sympathisch. Die eigene Meinung kann man kundtun, man sollte jedoch auch interessiert an den Meinungen der anderen sein und diese annehmen.

Auch sollte eine gewisse Offenheit an den Tag gelegt werden, um nicht als arrogant abgestempelt zu werden. Das heißt nicht, dass man Privates preisgeben muss – es darf nur eine gute Prise Herzlichkeit im Alltag nicht fehlen.

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