Eines vorab: Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Das feine Geflecht aus Arterien und Venen hat eine wichtige Funktion für den Feinverschluss des Afters. Stuhlflüssigkeit oder Luft können somit nicht ungeplant austreten. Diese Kontinenzleistung geschieht ohne aktives Zutun. Die sogenannten Hämorrhoidalpolster liegen etwa 2 cm oberhalb des Afters in der Schleimhaut des Analkanales. Typischerweise kann man diese feinen Polster weder sehen noch mit dem Finger tasten.

Hämorrhoiden
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Wann muss ein Arzt aufgesucht werden?

Erst eine krankhafte Vergrößerung dieses feinen Geflechts ist ein Fall für eine Behandlung. Bei beginnenden Hämorrhoiden ist eine operative Behandlung in der Regel nicht erforderlich, sondern über eine gezielte Regulierung des Stuhles, ggfs. ergänzend durch Salben- oder Zäpfchentherapie kann in der Regel eine Besserung des Hämorrhoidalleidens erreicht werden.

Fortgeschrittene Stadien von Hämorrhoiden bedürfen meist einer operativen Maßnahme. Mit der transanalen Hämorrhoidendearterialisation (THD) gibt es neben anderen Möglichkeiten ein schmerzarmes und sicheres Verfahren, welches – im Gegensatz zu den meisten operativen Verfahren – auf eine Entfernung von Gewebe verzichtet.

Da in der Regel Hämorrhoiden keinerlei Beschwerden bereiten, gibt es andere Symptome und Zeichen, an denen der Patient typischerweise ein beginnendes Hämorrhoidalleiden erkennen kann:

  • hellrote Blutauflagerungen auf dem Stuhl,
  • ein vermehrter Juckreiz am After und Nässen.

Erst in fortgeschrittenen Stadien können die Patienten im Rahmen des Stuhlganges einen Gewebevorfall aus dem After bemerken, welcher sich Anfangs in der Regel noch alleine zurückzieht, bei schwereren Fällen jedoch mit dem Finger aktiv zurück geschoben werden muss.
Sollte die Blutung alleiniges Symptom sein, ist auf jeden Fall eine Abklärung anderer Ursachen dringend geboten.

Die Entstehung von Hämorrhoiden

Verschiedene Umstände, wie harter Stuhl, starkes Pressen beim Stuhlgang, Abführmittelmißbrauch und erhöhter Bauchinnendruck, z.B. bei Fettleibigkeit oder aber auch chronischer Durchfall, können ein Hämorrhoidalleiden begünstigen.

Zunächst entsteht beim Hämorrhoidalleiden lediglich eine Vergrößerung des Geflechtes aus Arterien und Venen, so dass die Feinabdichtung des Afters gestört ist. Daraufhin werden typischerweise hellrote Blutungen auf dem Stuhlgang oder Toilettenpapier, zum Teil tropfend in die Toilette, bemerkt. Durch die Störung der Feinabdichtung kommt es zum vermehrten Sekretaustritt, so dass juckende Ekzeme am After auftreten können.

Schreitet die Erkrankung weiter fort, kommt es zu einer Schädigung der bindegewebigen Aufhängung des Gefäßpolsters, so dass Schleimhaut und Hämorrhoidalknoten aus dem After nach außen treten können. Spätestens in diesem Stadium ist eine operative Sanierung sinnvoll.

Da ein Hämorrhoidalleiden eine sehr weit verbreitete Krankheit ist, welche bei Männern und Frauen etwa gleichermaßen auftritt, sollte eine ungesunde Ernährung mit viel Fastfood, weißem Brot und wenig Ballaststoffen vermieden werden, sondern eine ausgewogene Kost mit viel Ballaststoffen, Obst, Gemüse, ausreichend Bewegung und Flüssigkeitszufuhr, zur Verhinderung einer Verstopfung, eingehalten werden.

Eine Bindegewebsschwäche, welche schleichend im Alter auftritt oder auch bei Schwangeren, in Vorbereitung auf die Geburt durch Hormonumstellung, zu beobachten ist, begünstigt das Entstehen von vergrößerten Hämorrhoiden.

Hämorrhoiden werden in vier Stadien eingeteilt:

  • Im 1. Stadium sind die leicht vergrößerten Schwellkörper weder zu sehen noch zu ertasten. Hier ist eine Afterspiegelung (Proktoskopie) erforderlich, um diese sicher erkennen zu können. I.- gradige Hämorrhoiden können in bis 40% der Fälle ohne weitere Maßnahmen zu einer Abheilung gebracht werden. In diesen Fällen wird zunächst eine Stuhlregulation empfohlen und die Symptome – insbesondere der Juckreiz – werden durch Zäpfchen oder Salben gelindert.
  • Im 2. Stadium tritt bei der Stuhlentleerung Gewebe aus dem After vor, welche sich wieder spontan zurückzieht.
  • Im 3. Stadium treten Hämorrhoidalknoten aus dem After beim Pressen hervor, welche jedoch mit dem Finger aktiv zurück gedrückt werden müssen und sich nicht von alleine zurück ziehen.
  • Erst im 4. Stadium verbleiben die Knoten dauerhaft außerhalb des Afters und sind so fest fixiert, so dass sie nicht mehr zurückgedrückt werden können.

Ab dem Stadium 2 ist eine Behandlung erforderlich. Z.B. werden hier Verödungsverfahren oder Gummibandligaturen eingesetzt. Bei stärker ausgeprägten Hämorrhoiden oder massiven Blutungen ist jedoch eine operative Maßnahme sinnvoll. Hier gibt des mit der transanalen Hämorrhoidendearterialisation (kurz THD) ein minimal invasives Verfahren, welches auf das Entfernen von Gewebe verzichtet und großflächige Wunden vermeidet.

Sie transanale Hämorrhoidendearterialisation

Bei der transanalen Hämorrhoidendearterialisation (THD) wird die Blutzufuhr zu den Hämorrhoiden mittels Ultraschall punktgenau aufgesucht und unterbunden. Hierdurch alleine erreicht man schon ein schrumpfen der Knoten. Hat der Hämorrhoidalknoten jedoch seine bindegewebige Haftung an die Unterlage verloren und tritt nach außen vor, wird zusätzlich durch eine wendelförmige Naht das Gewebe wieder nach oben in den Analkanal geliftet und dort fixiert, wo es sein sollte. Da dieser Eingriff oberhalb des schmerzempfindlichen Teils des Analkanales durchgeführt wird, treten in der Regel wenig oder gar keine Schmerzen nach der Operation auf. Der Eingriff wird typischerweise in einer kurzen Vollnarkose oder rückenmarksnahe Betäubung durchgeführt.

Seit der ersten Durchführung einer THD in Deutschland durch Dr. Lienert konnten über 1000 Patienten mit diesem Verfahren erfolgreich behandelt werden. Hierbei konnte bei keinem einzigen Patienten eine schwere oder schwerste Komplikation gefunden werden. Auch die Literatur berichtet keine solchen Ereignisse, so dass abgesehen von einem Druckgefühl im Enddarm, welches über 2-3 Tage anhält, nicht mit schweren Komplikationen zu rechnen ist.

Auch die Langzeitbeobachtung der behandelten Patienten über 5-10 Jahre zeigen gute Behandlungsergebnisse.

Im Sana Klinikum Duisburg befindet sich das einzige bundesweite Trainingszentrum für transanale Hämorrhoidendearterialisation, in dem Chirurgen durch Dr. Lienert in diesem komplikationsarmen Verfahren ausgebildet werden.

Für weitergehende Informationen können Sie gerne persönlich mit uns in Kontakt treten.

Kontaktdaten:
Dr. med. Mark Lienert
Chefarzt
Allgemein-, Visceral und Thoraxchirurgie

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